{"id":157,"date":"2023-01-09T18:12:35","date_gmt":"2023-01-09T17:12:35","guid":{"rendered":"http:\/\/christinevelan.com\/?p=157"},"modified":"2023-01-25T18:50:14","modified_gmt":"2023-01-25T17:50:14","slug":"die-esel-und-die-stiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/2023\/01\/09\/die-esel-und-die-stiere\/","title":{"rendered":"Die Esel und die Stiere &#8211; Interview &#8211; Berliner Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>David McNeil \u00fcber die Kindheit mit seinem Vater Marc Chagall, die Decke der Pariser Oper und das schwierigeVerh\u00e4ltnis seines Vaters zu Picasso<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Pariser Garnier-Oper lehnt David McNeil an der Br\u00fcstung des vierten Ranges.Er steht in Schwindel erregender H\u00f6he, unmittelbar unter dem Gem\u00e4lde derKuppel, das sein Vater, Marc Chagall, vor 40 Jahren schuf. Lange und schweigend betrachtet er die ber\u00fchmte Decke: In Chagall&#8217;scher Leichtigkeit schweben Liebespaare, Bl\u00fctenkr\u00e4nze, Blumenstr\u00e4u\u00dfe, Esel und Engel um den m\u00e4chtigenL\u00fcster aus Kristall und Bronze. Chagall unterteilte die 220 Quadratmeter in f\u00fcnf Farbfelder, die jeweils zwei Komponisten gewidmet sind: Rot f\u00fcr Ravel und Strawinski, Wei\u00df f\u00fcr Rameau und Debussy, Gr\u00fcn f\u00fcr Berlioz und Wagner, Blau f\u00fcrMussorgski und Mozart. Auf gelbem Grund entdeckt man einen blauen Schwan ausTschaikowskis Schwanensee und leichtf\u00fc\u00dfige Ballerinen in bunten Tutus aus AdamsBallett Giselle. Und hie und da zwischen den Allegorien Pariser Wahrzeichen:der Eiffelturm in Blau, der Arc de Triomphe, die Place de la Concorde und das Opernhaus in Rot. Nachdem David McNeil sich geduldig fotografieren lie\u00df, wirft er dem Fotografen ein gro\u00dfes, wei\u00dfes Leinentuch \u00fcber den Kopf, das zum Aufhellen diente. Er stachelt ihn an, als Phantom der Oper durchs leere Pausenfoyer zu laufen. Der Fotograf rennt mit ausgestreckten Armen als Gespenst los und David McNeil lacht. Ob er wohl wei\u00df, dass sich einst hier oben, wo er soeben noch stand, ein Unfall ereignete, der Gaston Leroux zu einer Episode seines Phantoms der Oper inspirierte? Eines der Gegengewichte des sieben Tonnenschweren L\u00fcsters hatte sich gel\u00f6st und erschlug eine Zuschauerin angeblich gerade auf Platz 13 des vierten Ranges.<\/p>\n\n\n\n<p>Was\nempfinden Sie, wenn Sie dieses Deckengem\u00e4lde betrachten?<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist ein besonderer Tag. Es ist das erste Mal, dass ich es fast alleine sehe.Denn entweder habe ich es mit den Arbeitern gesehen, die es anbrachten, oder mit Publikum und dem General de Gaulle, wo jeder im Stehen applaudierte und&#8220;Bravo, Bravo!&#8220; schrie. Was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Idee, sich hier zutreffen! Ich danke der Zeitung. Aber ich brauche die Decke nicht vor Augen zuhaben. Wenn ich die Augen schlie\u00dfe, dann habe ich das Gem\u00e4lde im Kopf. Ich habe gesehen, wie es in Bleistiftskizzen auf Papier entstand. Ich habe mit ihm gelebt. Die Grundierung, die mein Vater f\u00fcr die Entw\u00fcrfe ben\u00f6tigte, bekam mal wieder ich w\u00e4hrend meiner Sommerferien in Les Collines, in Vence, aufgebrummt.<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie oft Bilder Ihres Vaters grundiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nGrundieren gefiel meinem Vater gar nicht. So wurde das h\u00e4ufig zu meiner\nAufgabe. Da es mir mehr Spa\u00df gemacht h\u00e4tte, an den Strand zu gehen, setzte er\neine raffinierte Strategie ein. Er erkl\u00e4rte, die Bl\u00e4tter w\u00fcrden davonfliegen,\nwenn sie vollst\u00e4ndig mit Farbe bedeckt seien. Er lie\u00df Auguste, unseren\nChauffeur und Mann f\u00fcr alles, aus gro\u00dfen Papierrollen Bogen im Format von 50\nmal 60 cm zuschneiden. Wir \u00f6ffneten die Fenster, und ich begann mit der\nl\u00e4stigen Arbeit. Ich malte und malte in Gr\u00fcn, Rot, Gelb, sorgf\u00e4ltig und\nunerm\u00fcdlich, damit ja kein Eckchen wei\u00df blieb. Doch ich konnte die Farbe noch\nso gr\u00fcndlich auftragen, kein einziges Blatt flog jemals davon. Ich sagte meinem\nVater: Es funktioniert nicht. Er ermunterte mich: Versuch es weiter, hier,\nversuch es mal mit Orange. Ich malte weiter und selbst nach f\u00fcnf, zehn Bogen\ngeschah nichts. Mein Vater l\u00e4chelte: Wahrscheinlich ist es heute zu hei\u00df, wir\nversuchen es morgen wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen\nSie Ihren Beitrag hier an der Decke noch festmachen ?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nwei\u00df es nicht genau. Aber da ich den blauen Hintergrund gemalt habe, muss es\nhier diese Fl\u00e4che in Blau f\u00fcr Mozart mit dem die Zauberfl\u00f6te spielenden Engel\nsein.<\/p>\n\n\n\n<p>So\nentstand das ber\u00fchmte Deckengem\u00e4lde gar nicht an der Decke der Oper, sondern im\nAtelier?<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nder franz\u00f6sische Kultusminister Andr\u00e9 Malraux in den sechziger Jahren meinen\nVater bat, dieses Deckengem\u00e4lde anzufertigen, akzeptierte er es nur unter der\nBedingung, dass es zerlegbar sei. So bemalte er die Decke wie eine riesige, in\nSt\u00fccke geschnittene Apfeltarte oder Pizza. Erst vor Ort wurden die \u00d6lgem\u00e4lde\naufgezogen und zusammengesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnern\nSie sich an den Abend der Einweihung?<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nEmpfang war ein Riesenerfolg. Als mein Vater die Operntreppe emporstieg,\nbildete das Gendarmeriekorps ein Ehrenspalier. Mein Vater sa\u00df neben Madame de\nGaulle in der Loge, die eigentlich Staatschefs reserviert ist. Mich hatten sie\noben auf der Galerie abgesetzt. Mein Vater war \u00e4u\u00dferst empf\u00e4nglich f\u00fcr\nEhrungen. Ich glaube, dieser Abend war einer der gr\u00f6\u00dften und sch\u00f6nsten in\nseinem Leben. In Erinnerung daran hat er das Pariser Opernhaus sp\u00e4ter mehrfach\nin seinem Werk verewigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was\nf\u00fcr ein Mensch war Chagall ?<\/p>\n\n\n\n<p>Mein\nVater war ein sehr naiver Mann. Er hat anderen kaum jemals etwas zu Leide\ngetan. Und wenn doch, dann aus vollkommener Naivit\u00e4t. Er konnte die Leute mit\nseiner Naivit\u00e4t geradezu um den Finger wickeln. Und dann noch seine strahlenden\nAugen, seine slawischen Seite und sein russischer Akzent, den er beibehalten hatte!\nWenn man 50 Jahre woanders wohnt, kann man so eine Aussprache, so einen Tonfall\ndurchaus ablegen. Aber es war bei ihm nicht aus Berechnung. Die Naivit\u00e4t ist\ndem Engelhaften sehr nahe. Deshalb habe ich mein Buch \u00fcber die Kindheit mit\nmeinem Vater &#8222;Auf den Spuren eines Engels&#8220; genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nsind Autor mehrerer Romane. Warum haben Sie erst jetzt, im Alter von 56 Jahren,\nIhre poetischen, ironischen Kindheitserinnerungen geschrieben?<\/p>\n\n\n\n<p>Aus\nBescheidenheit, vielleicht auch aus Scham. Wenn man das Leben mit einem\nber\u00fchmten Mann erz\u00e4hlt, kann das schlecht aufgenommen werden. Ich wollte meine\nKindheit nicht niederschreiben. Aber ich las das Buch von Marina Picasso, in\ndem sie beschreibt, welche H\u00f6lle es war, mit ihrem Gro\u00dfvater zu leben: Picasso,\ndas egozentrische Monster voller Boshaftigkeit. Ich hatte Lust, f\u00fcr meinen Sohn\nnur drei Seiten zu verfassen, um ihm zu zeigen, dass nicht alle ber\u00fchmten\nM\u00e4nner Monster sind. Ich habe mit meinem Vater wunderbare Gl\u00fccksmomente erlebt.\nSo hielt ich einen dieser Tage am Strand mit ihm fest: Er holte dort seine\nSchachtel mit den Pastellkreiden hervor, jene, die in ihrer H\u00fclle in der Mitte\nimmer brechen. Wir zauberten Fische, V\u00f6gel, H\u00e4hne, Esel, junge Frauen und\nSirenen auf die Steine. Danach warfen wir die bemalten Steine wieder ins\nWasser. Sie wurden zu Gem\u00e4lden f\u00fcr die Quallen. Nach diesen Seiten kribbelte es\nin meinen Fingern. Mein Sohn hat mich best\u00e4rkt weiterzumachen. Das war f\u00fcr mich\nwie eine offene T\u00fcr. Ich war gl\u00fccklich, meine gl\u00fccklichen und ungl\u00fccklichen\nMomente erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Die nostalgischen, traurigen Passagen habe ich\nsp\u00e4ter aber weggelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\nzum Beispiel?<\/p>\n\n\n\n<p>Mein\nVater war fast 60 Jahre alt, als ich geboren wurde. Ich habe keinerlei\nErinnerungen an einen Fu\u00dfball-Vater. Ich habe auch auf alle meine Verletzungen\nverzichtet, die es w\u00e4hrend der Trennung zwischen meinen Eltern gab. Und auf\nalles, was f\u00fcr ein Kind verletzend sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre\nMutter, Virginia Haggard, schrieb 1986 in &#8222;Sieben Jahre der F\u00fclle. Mein\nLeben mit Chagall&#8220;, dass Ihr Vater trotz der starken gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfigen\nBindung Ihnen gegen\u00fcber eine distanzierte Haltung einnahm, die sp\u00e4ter zur\nEntfremdung f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nKind akzeptiert die Distanz, denn es wei\u00df nicht, dass es etwas anderes gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bestimmte\ndiese Distanz von Anfang an das Verh\u00e4ltnis zu Ihrem Vater?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe erst sp\u00e4ter angefangen, diese Distanz zu sp\u00fcren. Als er mich als Baby von\ndrei oder sechs Monaten sah, sagte er schon zu meiner Mutter: &#8222;Eines Tages\nwird er trinken und rauchen und er wird in Bars gehen, wo Frauen sind!&#8220;\nMein Vater hatte die gro\u00dfe, gro\u00dfe Angst, dass ich so wie Paulo Picasso werden\nw\u00fcrde. Paulo, war ein junger Mann, der viel trank, jeden Abend ausging und\nsturzbetrunken morgens um 5 Uhr von zwei Gendarmen nach Hause gebracht wurde.\nJe mehr ich heranwuchs, je mehr ich mich dem Erwachsenenalter n\u00e4herte, desto\nmehr hatte mein Vater Angst vor mir, desto mehr entfernte er sich von mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Hat\ner Sie als Kind gerade noch, als Erwachsener \u00fcberhaupt nicht mehr akzeptiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nEnde kam mit dem Verschwinden der Kindheit, mit 14 Jahren. Wenn es mir heute\ngelingt, diese Zeit aus der Distanz zu betrachten, dann denke ich: An diesem\nOrt hier, wo wir jetzt sitzen, wenden jeden Abend 2 000 Menschen den Kopf nach\noben, um das Deckengem\u00e4lde anzusehen. Bin ich wichtiger als die Decke der Oper?\nWenn ich mir diese Frage stelle, dann sage ich mir: Vielleicht war dieser Mann\neher dazu geeignet, Millionen von Menschen zum Tr\u00e4umen zu bringen, als einfach\nein Kind zu streicheln.<\/p>\n\n\n\n<p>Hie\u00dfe\ndas, dass man neben einem Genie selbst keine Daseinberechtigung mehr hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Nein,\ndas hei\u00dft, dass man bescheiden zur\u00fccktritt und sich in den Schatten stellt.\nWenn jemand dieses wunderbare Genie hat, geht das immer auf Kosten von\njemandem. Das sind nat\u00fcrlich immer die Kinder. Ich kratzte nicht wie ein Hund\nan die T\u00fcr und jaulte. Ich \u00fcberwand meinen Groll und sagte mir: Okay, du\nbereitest so vielen Menschen so viel Freude, mach weiter so. Ich habe mir\nschnell in den Kopf gesetzt, das Gleiche wie er zu tun und anderen Freude zu\nbereiten. Aber ich hatte nicht sein Charisma. Und in meiner Arbeit war ich sehr\nviel mittelm\u00e4\u00dfiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum\nwollte Ihr Vater nicht, dass Sie K\u00fcnstler werden ?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nsollte Architekt werden, ein Beruf, mit dem ich meine zuk\u00fcnftige Familie\nern\u00e4hren konnte. Mein Vater hatte schon Grundst\u00fccke gekauft, wo ich Villen\nbauen sollte, um Geld zu verdienen. Er hat immer geglaubt, dass er arm ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\nMarc Chagall war zu jener Zeit bereits ein anerkannter, verm\u00f6gender K\u00fcnstler.<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nwusste es nicht. Sie sagte ihm, sie h\u00e4tten kein Geld.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nmeinen die zweite Ehefrau Ihres Vaters, Valentina Brodsky?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja,\nja. Einmal jedenfalls, als wir bei seinem Kunsth\u00e4ndler Aim\u00e9 Maeght eingeladen\nwaren, blieb mein Vater auf dem Parkplatz stehen. Er fragte sich, warum sich\nsein H\u00e4ndler nur mit seinem 15-Prozent-Anteil einen wei\u00dfen Rolls Royce Silver\nCloud III Cabriolet leisten konnte, w\u00e4hrend er selbst diese Klapperkiste, einen\nalten Peugeot 403 fuhr. Die Stiefmutter erkl\u00e4rte ihm, statt des traurigen,\nj\u00fcdischen Zeugs, diesen heruntergekommenen Schtetls, diesen erb\u00e4rmlichen\nRabbinern mit ihrer alten Thora, solle er fr\u00f6hliche Blumenstr\u00e4u\u00dfe malen. Blumen\nw\u00fcrden sich besser verkaufen. Dann k\u00f6nnten wir auch einen Rolls kaufen. So hat\nmein Vater 15 Jahre lang Gladiolen gemalt und hat nie einen Rolls bekommen. Er\nwar naiv! So enstanden all die Blumengem\u00e4lde, die man heute als dekorativen\nChagall bezeichnet. Er war davon \u00fcberzeugt, kein Geld zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\nhat er reagiert, als er erfuhr, dass Sie Musiker werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nwar furchtbar entt\u00e4uscht. Bill Wyman, der ehemalige Bassist der Stones, hat\neinmal ein Buch \u00fcber meinen Vater geschrieben und ihn in Saint-Paul besucht.\nWyman erz\u00e4hlte mir, mein Vater habe ihm sehr stolz gesagt: &#8222;Wissen Sie,\nmein Sohn ist auch Musiker.&#8220; So muss er dar\u00fcber gl\u00fccklich gewesen sein.\nIch schrieb einmal ein Lied f\u00fcr meinen Vater, in der Hoffnung, es m\u00f6ge ihm\neines Tages zu Ohren kommen. Denn er h\u00f6rte oft Radio in seinem Atelier. Wer\nwei\u00df?<\/p>\n\n\n\n<p>Ab\nwelchem Zeitpunkt haben Sie Ihren Vater nicht mehr gesehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Von\nda an, als ich mit sechzehn Jahren anfing Zigaretten zu rauchen. Das ertrug er\nnicht. Zu seinem Geburtstag schrieb ich ihm einen Brief, den er nie\nbeantwortete. Ich glaube, dass meine Stiefmutter ihn versteckt hat. Da er nie\nantwortete, schrieb ich ihm auch nicht mehr. Der eine ist stolz, der andere ist\ndann noch stolzer. So habe ich ihn fast zehn Jahre lang nicht mehr gesehen.\nEines Tages bin ich mit meinem vierj\u00e4hrigen Sohn zu ihm gefahren, um ihm mein\nKind zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\nhat Ihr Vater reagiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nhat ihn sofort ins Atelier mitgenommen und genau das gemacht, was er mit mir machte,\nals ich ein Kind war. Er gab ihm Papier, Farben und Pinsel. Sie haben sich\nhervorragend verstanden. Sie waren wie Vater und Sohn. Ich war ausgeschlossen,\naber ich fand es okay. Einerseits war ich eifers\u00fcchtig, andererseits sehr\ngl\u00fccklich. Von da an sahen wir uns wieder, bis ein bl\u00f6der Artikel erschien. Ich\nhabe meinen Vater die letzten drei Jahre bis zu seinem Tod nicht mehr gesehen.\nWegen eines Zeitungsartikels! Wirklich grotesk!<\/p>\n\n\n\n<p>Was\nstand in diesem Artikel?<\/p>\n\n\n\n<p>Journalisten\nhatten mich befragt, worin ich die Zukunft der Malerei s\u00e4he. Ich dachte, sie\nliegt nat\u00fcrlich nicht in den 90-j\u00e4hrigen, alten Meistern wie meinem Vater und\nsagte: Die Kunst wird von Videos, Installationen und neuen k\u00fcnstlerischen\nBewegungen bestimmt werden. Der Titel des Artikels lautete dann: &#8222;Der Sohn\nvon Chagall verurteilt die Malerei.&#8220; Meine Stiefmutter nahm diesen Artikel\nzum Vorwand, um den Kontakt abzubrechen. Mein Sohn Dylan rief sp\u00e4ter einmal\nseine Gro\u00dfeltern an. Ihm wurde ausgerichtet, sie h\u00e4tten keine Zeit, ihn zu\nsehen. Ich rief zweimal an. Mir wurde nicht geantwortet. Als mein Vater starb,\nwurde es noch schlimmer.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nwelcher Hinsicht ?<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nStiefmutter drohte, wenn mein Sohn oder ich ins Haus k\u00e4men, w\u00fcrde sie uns\nverhaften lassen. Und da kommen wir wieder zur Picasso-Familie: Als Pablito,\ndem Sohn von Paulo, dem Enkel von Picasso, der Zugang zum Totenbett seines\nGro\u00dfvaters verweigert wurde, trank er eine Flasche Chlorwasser. Drei Monate\nlang ist er dann dahingesiecht. Wenn ich meinen Vater h\u00e4tte sehen wollen, h\u00e4tte\nmich die Stiefmutter von der Gendarmerie festnehmen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was\nh\u00e4tte sie als Grund angeben k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Erst\neinmal kannte sie im Gegensatz zu mir die Gendarmerie. Dann steht in meinen\nPapieren nicht Chagall, sondern McNeil. Man h\u00e4tte mich gefragt: &#8222;Wer sind\nSie \u00fcberhaupt?&#8220; Soll ich einem Gendarmen eine Stunde lang erkl\u00e4ren, wer\nich bin, um meinen Vater auf dem Totenbett sehen zu k\u00f6nnen? Ich bin nicht\nhingegangen. Da sieht man mal wieder die Boshaftigkeit dieser Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum\nhei\u00dfen Sie nicht Chagall ?<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nich zur Welt kam, war meine Mutter noch mit John McNeil verheiratet. Sie wollte\ndie Scheidung, aber er willigte nicht ein. Er war gekr\u00e4nkt, dass sie ihn\nverlassen hatte. Sieben Jahre sp\u00e4ter gab er seine Einwillung. Da hatte sie\nChagall aber bereits verlassen. Legal hei\u00dfe ich McNeil. Als ich wegging, um\nmein eigenes Leben als Jazzman zu leben, wollte ich nicht der Sohn eines\nbekannten Mannes sein. Ich jobbte im Londoner Jazzclub Ronny Scott&#8217;s. Ich\nwollte David McNeil sein, der M\u00e4ntel in einer Garderobe aufhing, ohne dass\njemand wusste, woher ich kam. Mit der heutigen Gesetzgebung k\u00f6nnte ich\nvielleicht den Namen wechseln. Meinen Vornamen habe ich immerhin vom Onkel\nmeines Vaters, den er Geige spielend immer wieder malte.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum\ngeigt dieser Onkel in Chagalls Darstellungen wie z. B. &#8222;Der Geiger&#8220;\n(1912-1913) und &#8222;Der gr\u00fcne Geiger&#8220; (1923) eigentlich auf einem Dach?<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nFrau dieses Onkels fluchte immer: &#8222;Du spielst derma\u00dfen schief, raus, du\nspielst nicht im Haus.&#8220; Heute w\u00fcrden wir sagen: &#8222;Geh in den\nKeller!&#8220; Da sie in Russland aber in Holzh\u00e4usern lebten, die keinen Keller\nhatten, musste er zum Geige spielen tats\u00e4chlich wegen seiner Ehefrau aufs Dach.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum\nsprechen Sie noch heute nie den Namen der zweiten Ehefrau Ihres Vaters aus?\nSelbst in Ihrem Buch benennen Sie Ihre Stiefmutter Valentina Brodsky immer nur\nmit &#8222;sie&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\ngibt Orte und Restaurants in Paris, die ich bis heute nicht betrete, weil sie\ndie gerne aufsuchte. Ich meide auch ein Ufer der Ile-Saint-Louis, das Quai\nd&#8217;Anjou. Ich gehe niemals an ihrem Haus vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nist doch schon l\u00e4ngst gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja.\nIch danke Gott jeden Tag daf\u00fcr. Sie starb viel zu sp\u00e4t! Ich h\u00e4tte Lust, einen\ngro\u00dfen Sack voller Salz zu nehmen und \u00fcberall, wo diese Frau entlang gegangen\nist, Salz zu streuen. Damit kein Gras mehr w\u00e4chst, wo sie auch nur ihren Fu\u00df\nhingesetzt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum\nhaben Sie noch heute solche Ressentiments?<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nGorgonenweib schreckte nicht einmal davor zur\u00fcck, das Zimmer meiner Schwester\nIda zuzumauern. Ida, Chagalls Tochter aus erster Ehe, und ich \u00fcberlegten\neinmal, was wir machen k\u00f6nnten, damit sie krepiert. Wir sind jede M\u00f6glichkeit\ndurchgegangen. Da sie leberkrank war und sie es sich dennoch nicht verkneifen\nkonnte, alle Pralinen zu essen, die man ihr schenkte, wollten wir sie einfach\nmit Schokolade vergiften. Der Hass war derma\u00dfen gro\u00df! Ich bin dieser Frau\ngegen\u00fcber boshaft, weil sie eine boshafte Person war. Vielleicht hat sie sich\nan mir ger\u00e4cht, weil sie kein eigenes Kind mit meinem Vater hatte. Ich fragte\nsie einmal, ob ich nicht mein schreckliches Internat verlassen k\u00f6nnte, um bei\nihnen zu leben. Meine Mutter konnte sich damals nicht um mich k\u00fcmmern, da sie\nihren neuen Mann, der schwer krank war, pflegen musste. Die Stiefmutter\nantwortete lediglich, das k\u00e4me nicht in Frage, das sei unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Was\nsch\u00e4tzte Ihr Vater an Valentina Brodsky, die er Vava nannte und mit der er 33\nJahre verheiratet blieb?<\/p>\n\n\n\n<p>Den\nKomfort. Sie war sehr sch\u00f6n, sehr sanft. Es war behaglich mit ihr. Sie hat ihm\ndas Leben eines alten, bequemen Monsieurs erm\u00f6glicht. Eine totale Geisha war\nsie. Ida wusste, dass ihr Vater, nachdem meine Mutter fortgegangen war, nicht\nalleine bleiben konnte. Sie stellte ihm diese dunkelhaarige Kaukasierin aus\nbester Familie vor, die bei einer Londoner Hutmacherin Federn auf Damenh\u00fcte\nn\u00e4hte. Ida hatte diese Frau als Geisha ausgew\u00e4hlt, weil sie eine war. Sie hat\nsich als \u00e4u\u00dferst intelligent erwiesen und alles beschlagnahmt. Aber ich m\u00f6chte\nbetonen: wenn diese Frau boshaft war, dann auch, weil das Leben ihr nichts\ngeschenkt hat. In der Oktoberrevolution hatte ihre Familie in Russland alles\nverloren. Jetzt, wo sie seit langem tot ist, werde ich auch kein Salz streuen.\nUnd dennoch: wenn ich mir vorstelle, dass sie im Grab meines Vaters ruht! Ich\nhabe noch immer Lust, sie herausnehmen zu lassen. Und manchmal sage ich mir,\nman muss verzeihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Inwiefern\nspielte es f\u00fcr Ihren Vater eine Rolle, dass Valentina Brodsky einem russischen\nZuckerimperium und er einer armen, russischen Familie entstammte?<\/p>\n\n\n\n<p>Mein\nVater hatte einen echten Tick, n\u00e4mlich die Manie, Zucker zu stehlen. In\nVenedig, im Caf\u00e9 Floriani, gab er dem Geiger 20 Dollar, dem Kellner 20 Dollar\nTrinkgeld, lie\u00df aber den gesamten Zucker mitgehen. Eines Tages sagte er mir:\nWenn meine Eltern miterlebt h\u00e4tten, dass ich die Tochter vom Zuckerbaron\nBrodsky aus Strawropol heirate. Was w\u00e4ren sie stolz auf ihren Sohn! Und ich\nfragte ihn: W\u00e4ren sie nicht stolz darauf, dass sie einen Sohn haben, der die\nDecke der Oper bemalt hat? Er antwortete: Nein, nein! Auf die Heirat mit der\nTochter vom Zucker B., darauf w\u00e4ren sie stolz!<\/p>\n\n\n\n<p>Lie\u00df\nIhr Vater aus reiner Naivit\u00e4t zu, dass Valentina Brodsky alles in Beschlag nahm\nund dabei Ihre Vater-Sohn Beziehung zerst\u00f6rte?<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nwar nicht Naivit\u00e4t, sondern reine Schw\u00e4che, sich wie ein Kind verz\u00e4rteln,\nverh\u00e4tscheln zu lassen. F\u00fcr ihn war es einfach sich zur\u00fcckzuziehen. &#8222;Ich\nbin K\u00fcnstler. Ich will nur in mein Atelier gehen und arbeiten. Ich k\u00fcmmere mich\nnicht um die allt\u00e4glichen Probleme.&#8220; Das kam ihm gelegen. Es gab keine\nFreunde, keine Kinder, niemanden mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Chagall\nhatte am Ende seines Lebens keine Freunde mehr?<\/p>\n\n\n\n<p>Es\ngab Freunde, aber nur jene, die sie aussuchte. Wenn die Kinder von Ida ihn in\nSaint-Paul-de-Vence besuchten, durften sie nicht einmal bei ihm zu Hause\nschlafen. Die kleinen Nichten mussten ins Hotel gehen. Sie hielt jeden Einfluss\nvon au\u00dfen, alles, fern. Er hat es akzeptiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist\nChagall demnach nicht mitverantwortlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nh\u00e4tte ein Kapitel schreiben k\u00f6nnen, dass er ein schwacher Mann war, der auf den\nTisch h\u00e4tte hauen m\u00fcssen. Aber ich habe es nicht gemacht. Die so genannten\nBlues-Momente sind etwas zwischen mir und mir selbst und sicher nicht zwischen\nmir und anderen Leuten. Das sind Dinge, die mir geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wollten\nSie nicht vielmehr ein positives Bild Ihres Vater entwerfen? Ihre Mutter\nschrieb in ihrem Buch, Sie h\u00e4tten niemals auch nur die kleinste Kritik \u00fcber\nIhren Vater verlauten lassen. Sie h\u00e4tten immer eine bedingungslose Liebe f\u00fcr\nihn gehegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe diese schwache Seite von ihm ausradiert. Denn man darf nicht vergessen, er\nhat ein hartes Leben gehabt: die Pogrome und Hungersnot in Russland, die\nOktoberrevolution, der Erste Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg. Er hat einen\nBruder und 1944 seine erste Frau verloren. Sein Leben war dem Ungl\u00fcck\nausgesetzt. Man kann \u00fcber einen Mann, der das alles durchleben musste, nicht\nden Stab brechen. Ich lebe nur ein bisschen l\u00e4nger als ein halbes Jahrhundert\nund mir ist nicht eines dieser Ungl\u00fccke widerfahren. In meinem Alter hatte er\nschon das Ungl\u00fcck der ganzen Welt erlebt. Man kann die Schw\u00e4che eines Mannes\nverzeihen, der im Alter von 75 Jahren sagt: Jetzt habe ich Lust zu malen, lasst\nmich alle in Ruhe! Deshalb lasse ich meinen Vater in meinem Buch in Ruhe.<\/p>\n\n\n\n<p>Chagall\nunterhielt zu Schriftstellern wie Guillaume Apollinaire und Blaise Cendrars\nunkompliziertere Beziehungen als zu Malern. Welches Verh\u00e4ltnis hatte er zu\nPicasso?<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nbeiden sch\u00e4tzten einander, doch mit der Zeit war so ein Spielchen zwischen\nihnen entstanden. Wenn man meinen Vater dann einmal fragte, ob er Picasso\nmochte, antwortete er: Wenn Picasso mich mag, mag ich ihn auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Chagall\nbefand: Picasso interessiert sich nicht f\u00fcr die menschlichen Gef\u00fchle. Er setzt\nsich nur mit dem Sichtbaren, dem \u00c4u\u00dferen der menschlichen Natur auseinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nstimmt auch!<\/p>\n\n\n\n<p>Chagall\nsagte: Picasso wechselt den Stil so oft wie seine Socken.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\ner dachte, es sind sch\u00f6ne Socken. Das war Eifersucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Erlebten\nSie Situationen mit, wo diese Eifersucht zum Ausdruck kam?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nerinnere mich genau an Vallauris. Eine T\u00f6pferwerkstatt ist f\u00fcr ein Kind das\nParadies. Mein Vater wollte im Madoura Atelier, der Werkstatt renommierter\nKeramiker, arbeiten. Picasso muss fuchsteufelswild geworden sein, denn das war\nsein Revier. Vor der Werkstatt, in der mein Vater seine Keramiken machte, lief\nst\u00e4ndig ein kleines M\u00e4dchen pfeifend auf und ab. Vielleicht war es Paloma oder\nMarina Picasso, wer wei\u00df? Jedenfalls bat mein Vater mich, das Gleiche zu tun:\nSag mir, was er macht, welchen Ton er verwendet! Das kleine M\u00e4dchen und ich\nwaren von den zwei gro\u00dfen K\u00fcnstlern als Spione angeheuert. Ich sah nach: Der\nmacht einen Teller mit Stierh\u00f6rnern. Stierh\u00f6rner?, fragte mein Vater. Die\nH\u00f6rner werden doch beim Brennen springen. Sp\u00e4ter ging mein Vater zum Arbeiter,\nder sich um den Ofen k\u00fcmmerte: Dieser Teller von Picasso hat doch das Brennen\nnicht \u00fcberstanden, oder? Der eine machte seine Esel, der andere seine Stiere\nund beide beobachteten sich gegenseitig. Ich erinnere mich gut an Picasso, den\nalten, glatzk\u00f6pfigen Monsieur, der neben Papa arbeitete. Sie liebten und\nverachteten sich.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nFran\u00e7oise Gilots Erinnerungen hei\u00dft es, Picasso habe gesagt: Wenn Matisse\nstirbt, wird Chagall der einzige Maler sein, der noch wei\u00df, was Farbe ist. Ich\nbin nicht versessen auf seine H\u00e4hne und Esel und fliegenden Geiger und die\nganze \u00fcbrige Folklore, aber seine Bilder sind wirklich gemalt, nicht nur\neinfach zusammengeschmiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Chagall\nist ein Kolorist, Picasso \u00fcberhaupt keiner. Das ber\u00fchmsteste Bild von Picasso\nist schwarz-wei\u00df: Guernica. Picasso hat immer die schrecklichsten Farben\nverwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre\nMutter erw\u00e4hnt, Matisse schenkte Ihrer Schwester eine Katze und Ihr Vater soll\neifers\u00fcchtig gewesen sein, wenn man die Matisse-Katze zu viel gestreichelt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nerinnere mich an eine schwarz-wei\u00dfe Katze. Das war also die Katze von Matisse!\nIhn habe ich als einen alten Mann im gro\u00dfen Sessel in seinem Atelier in\nErinnerung. Bei uns zu Hause hie\u00df er bald nur noch der Schnipselkleber. Der\nRheumatismus hatte den alten Meister so steif gemacht, dass er nur noch\nPapierfetzen ausschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche\nist die letzte Erinnerung an Ihren Vater?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nsah ihn zum letzten Mal auf der Eisenbahnbr\u00fccke. Wie jeden Tag brach er zu\nseinem Spaziergang auf. Ich kam mit dem Auto zuf\u00e4llig vorbei, weil ich eine\nFrau, eine alte Schulfreundin, nach Hause brachte. Sie war wirklich keine\nSch\u00f6nheit mehr und ich wollte nicht, dass er sie f\u00fcr meine Freundin hielt. Snobismus\nkann ein Verbrechen sein! Ich h\u00e4tte das M\u00e4dchen und Auto stehen lassen und auf\nihn zulaufen sollen, um ihm zu sagen: Wir machen noch einen Spaziergang. Ich\nhabe es nicht gemacht. Das ist das letzte Bild von ihm: Er mit dem R\u00fccken zu\nmir, der wie Chaplin am Ende seiner Filme verschwindet. Ein Monsieur von \u00fcber\n90 Jahren, der leicht humpelnd \u00fcber die Br\u00fccke geht. Ich habe Angst, dass diese\nalte Br\u00fccke zerst\u00f6rt und durch Beton ersetzt worden ist. Ich wage es nicht, die\nOrte meiner Jugend aufzusuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Christine Velan.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/david-mcneil-ueber-die-kindheit-mit-seinem-vater-marc-chagall-die-decke-der-pariser-oper-und-das-schwierige-verhaeltnis-seines-vaters-zu-picasso-die-esel-und-die-stiere-li.6418\">Berliner Zeitung<\/a>, Magazin 15.\/16. Mai 2004<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David McNeil \u00fcber die Kindheit mit seinem Vater Marc Chagall, die Decke der Pariser Oper und das schwierige Verh\u00e4ltnis seines Vaters zu Picasso<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":410,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-157","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-veroeffentlichungen","has-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=157"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/157\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":414,"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/157\/revisions\/414"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=157"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=157"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christinevelan.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}